Der Weihnachtsbaum vom Weihnachtsmann
Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude
an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Spielzeug und Esswaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder
freuten sich wohl darüber, aber quieken sollten sie und jubeln und singen, so wollte er es, das taten sie aber nur selten.
Den ganzen Dezembermonat hatte der Weihnachtsmann schon darüber nachgegrübelt, was er wohl Neues erfinden könne,
um einmal wieder eine rechte Weihnachtsfreude in die Kinderwelt zu bringen, eine Weihnachtsfreude, an der auch die Großen
teilnehmen würden. So stapfte er denn auch durch den verschneiten Wald, bis er auf dem Kreuzweg war. Dort wollte er das
Christkindchen treffen. Mit dem beriet er sich nämlich immer über die Verteilung der Gaben. Schon von weitem sah er, dass
das Christkindchen da war, denn ein heller Schein war dort. Das Christkindchen hatte ein langes weißes Pelzkleidchen an und lachte
über das ganze Gesicht. „Na, Alterchen, wie geht's?“ fragte das Christkind. „Hast wohl schlechte Laune?“ Damit hakte es den Alten
unter und ging mit ihm. „Ja“, sagte der Weihnachtsmann, „die ganze Sache macht mir so recht keinen Spaß mehr. Liegt es am Alter
oder an sonst was, ich weiß nicht. Das mit den Pfefferkuchen und den Äpfeln und Nüssen, das ist nichts mehr. Das essen sie auf,
und dann ist das Fest vorbei. Man müsste etwas Neues erfinden, etwas, das nicht zum Essen und nicht zum Spielen ist, aber wobei
alt und jung singt und lacht und fröhlich wird.“ Das Christkindchen nickte und machte ein nachdenkliches Gesicht; dann sagte es:
„Da hast du recht, Alter, mir ist das auch schon aufgefallen. Ich habe daran auch schon gedacht, aber das ist nicht so leicht.“
„Das ist es ja gerade“, knurrte der Weihnachtsmann, „ich bin zu alt und zu dumm dazu. Ich habe schon richtiges Kopfweh vom vielen
Nachdenken, und es fällt mir doch nichts Vernünftiges ein." Nachdenklich gingen beide durch den weißen Winterwald, der Weihnachtsmann
mit brummigem, das Christkindchen mit nachdenklichem Gesicht. So kamen die beiden aus dem hohen Holz auf einen alten Kahlschlag, auf dem
große und kleine Tannen standen. Das sah wunderschön aus. Der Mond schien hell und klar, alle Sterne leuchteten, der Schnee sah aus wie
Silber, und die Tannen standen darin, schwarz und weiß, es war eine Pracht. Eine fünf Fuß hohe Tanne, die allein im Vordergrund stand, sah
besonders reizend aus. Sie war regelmäßig gewachsen, hatte auf jedem Zweig einen Schneestreifen, an den Zweigspitzen kleine Eiszapfen,
und glitzerte und flimmerte nur so im Mondenschein. Das Christkindchen ließ den Arm des Weihnachtsmannes los, stieß den Alten an,
zeigte auf die Tanne und sagte: „Ist das nicht wunderhübsch?“ „Ja“, sagte der Alte, „aber was hilft mir das ?“ „Gib ein paar Äpfel her“,
sagte das Christkindchen, „ich habe einen Gedanken.“ Er machte sein Tragband ab, stellte seine riesige Kiepe in den Schnee, kramte
darin herum und langte ein paar recht schöne Äpfel heraus. Dann fasste er in die Tasche, holte sein Messer heraus, wetzte es an einem
Buchenstamm und reichte es dem Christkindchen. „Sieh, wie schlau du bist“, sagte das Christkindchen. „Nun schneid mal etwas Bindfaden in
zwei Finger lange Stücke, und mach mir kleine Pflöckchen.“ Dem Alten kam das alles etwas ulkig vor, aber er sagte nichts und tat, was das
Christkind ihm sagte. Als er die Bindfädenenden und die Pflöckchen fertig hatte, nahm das Christkind einen Apfel, steckte ein Pflöckchen hinein,
band den Faden daran und hängte ihn an einen Ast. Der Alte half, obgleich er nicht wusste, warum. Aber es machte ihm schließlichSpaß , und
als die ganze kleine Tanne voll von rotbäckigen Äpfeln hing, da trat er fünf Schritte zurück, lachte und sagte; „Kiek, wie niedlich das aussieht!
Aber was hat das alles für'n Zweck?“ „Braucht denn alles gleich einen Zweck zu haben?“ lachte das Christkind. „Pass auf, das wird noch schöner.
Nun gib mal Nüsse her!“ Der Alte krabbelte aus seiner Kiepe Walnüsse heraus und gab sie dem Christkindchen. Das steckte in jedes ein Hölzchen,
machte einen Faden daran, rieb immer eine Nuss an der goldenen Oberseite seiner Flügel, dann war die Nuss golden, und die nächste an der
silbernen Unterseite seiner Flügel, dann hatte es eine silberne Nuss und hängte sie zwischen die Äpfel. „Was sagst nun, Alterchen?“ fragte es
dann. „Ist das nicht allerliebst?“ „Ja“, sagte der, „aber ich weiß immer noch nicht...“ „Komm schon!“ lachte das Christkindchen. „Hast du Lichter?“
„Lichter nicht“, meinte der Weihnachtsmann, „aber 'nen Wachsstock!“ „Das ist fein“, sagte das Christkind, nahm den Wachsstock, zerschnitt ihn und
drehte erst ein Stück um den Mitteltrieb des Bäumchens und die anderen Stücke um die Zweigenden, bog sie hübsch gerade und sagte dann;
„Feuerzeug hast du doch?“ „Gewiss “, sagte der Alte, holte Stein, Stahl und Schwammdose heraus, pinkte Feuer aus dem Stein, ließ den Zunder
in der Schwammdose zum Glimmen kommen und steckte daran ein paar Schwefelspäne an. Die gab er dem Christkindchen. Das nahm einen hell
brennenden Schwefelspan und steckte damit erst das oberste Licht an, dann das nächste davon rechts, dann das gegenüberliegende.
Und rund um das Bäumchen gehend, brachte es so ein Licht nach dem andern zum Brennen. Da stand nun das Bäumchen im Schnee; aus seinem
halbverschneiten, dunklen Gezweig sahen die roten Backen der Äpfel, die Gold- und Silbernüsse blitzten und funkelten, und die gelben Wachskerzen
brannten feierlich. Das Christkindchen lachte über das ganze rosige Gesicht und patschte in die Hände, und der alte Weihnachtsmann sah gar nicht
mehr so brummig aus. Als die Lichter ein wenig heruntergebrannt waren, wehte das Christkindchen mit seinen goldsilbernen Flügeln, und da gingen
die Lichter aus. Es sagte dem Weihnachtsmann, er solle das Bäumchen vorsichtig absägen. Das tat der, und dann gingen beide den Berg hinab und
nahmen das bunte Bäumchen mit. Als sie in den Ort kamen, schlief schon alles. Beim kleinsten Hause machten die beiden halt. Das Christkindchen
machte leise die Tür auf und trat ein; der Weihnachtsmann ging hinterher. In der Stube stand ein dreibeiniger Schemel mit einer durchlochten Platte.
Den stellten sie auf den Tisch und steckten den Baum hinein. Der Weihnachtsmann legte dann noch allerlei schöne Dinge, Spielzeug, Kuchen, Äpfel
und Nüsse unter den Baum, und dann verließen beide das Haus so leise, wie sie es betreten hatten. Als der Mann, dem das Häuschen gehörte, am
andern Morgen erwachte und den bunten Baum sah, da staunte er und wusste nicht, was er dazu sagen sollte. Als er aber an dem Türpfosten, den
des Christkinds Flügel gestreift hatte, Gold- und Silberflimmer hängen sah, da wusste er Bescheid. Er steckte die Lichter an dem Bäumchen an und
weckte Frau und Kinder. Das war eine Freude in dem kleinen Haus wie an keinem Weihnachtstag. Keines von den Kindern sah nach dem Spielzeug,
nach dem Kuchen und den Äpfeln, sie sahen nur alle nach dem Lichterbaum. Sie fassten sich an den Händen, tanzten um den Baum und sangen alle
Weihnachtslieder, die sie wussten, und selbst das Kleinste, das noch auf dem Arm getragen wurde, krähte, was es krähen konnte. Als es hell lichter
Tag geworden war, da kamen die Freunde und Verwandten des Bergmanns, sahen sich das Bäumchen an, freuten sich darüber und gingen gleich in
den Wald, um sich für ihre Kinder auch ein Weihnachtsbäumchen zu holen. Die anderen Leute, die das sahen, machten es nach, jeder holte sich einen
Tannenbaum und putzte ihn an, der eine so, der andere so, aber Lichter, Äpfel und Nüsse hängten sie alle daran. Als es dann Abend wurde, brannte
im ganzen Dorf Haus bei Haus ein Weihnachtsbaum, überall hörte man Weihnachtslieder und das Jubeln und Lachen der Kinder.Von da aus ist der Weihnachtsbaum über ganz Deutschland gewandert und von da über die ganze Erde. Weil aber der erste Weihnachtsbaum am
Morgen brannte, so wird in manchen Gegenden den Kindern morgens beschert.
Use Wiehnachtsmann
Kiek ma, wat is de Himmel so rot.
Dat sind de Engels, de backt dat Brot,
de backt den Wiehnachtsmann siene Stuten
vor all de lütten Leckersnuten.
Und wat de Engels backt, dat söllt wi probeern;
un smeckt dat gut, so hört se dat geern.
"Nu backt man mehr, noch veelet mehr. "
Ach, wenn doch bloß eerst Wiehnachten weer.
Düssen lütten Reim hett Grootmudder üsch biebrocht, inne Wiehnachtstied
bien Backen. Da leeg son richtigen Wiehnachtsgeruch in Huus. Dat kann man
mid Wördern nich beschrieben. Et is schade, dat veele Kinner de Wiehnachtslied
gar nich mehr middekreeget. „Hat de Wiehnachtsmann ook son
Backoben wie du, Oma?” frög ik öhr. „Nee, dat hat he nich,” segg Grootmudder.
„Dat Backen tau Wiehnachten. dat maakt wi vor em. He deolt naher de
Kauken un Seutigkeiten opp un bringt dat all de Kinner henn, de dat Jahr
ower leev eween sind.” „Un de annern, de mal wat utefreeten hett un unattig
eween sind, wat rnaakt he mit de?” frooch ick wieder. „Wenn de Kinnern
dat naher leed edan hett un weller leev sind, dann nimmt he dat nich so,”
antworre Oma. Na ne Tied sech ick. „Oma. mik dat et ook leed, dat ick boben
im Schrank rummesnüffelt hebbe.” Oma erwiedere: „Ick will den Wiehnachtsmann
dat seggen, denn ward he dick ook wat bringen.” „Wen wutt du
denn dat vertellen, Oma? Hans hat mick eseggt, dat de Wiehnachtsmann doch
nur aaner is, de sick utkleed un naher weller ummetrecken deit. He hat mick
sogar noch mehr vorresnacket. Ick söll mal verseuken ruttaukrtiegen, wer bi
üsch den Wiehnachtsmann speelen dä.” „Sie man nich so owerkloog und hol
diene lütte Snuut, sonst kriegst du nix tau Wiehnachten.”
So, dat harr ick nun davon. Ick hebbe ook nix mehr ower den Wiehnachtsmann
esecht. Ick hebbe nur naedacht. wie ick dat runtkriegen könn, wer woll
de Wiehnachtsrnann wörr.
Mik was letzten Wiehnachten oppefulln, dat korrt vor sess Uhr dat Telefon
ebimmelt harr. Vader mösste noch mal weg. Betten späder kam de Wiehnachtsmann.
He kloppe an de Döör, kam rin un hat üsch de Reime awefraget.
Wenn dat düt Jahr weller passiere, dann wull ick oppassen. Op de aanen Siete
konn ock nich glöben dat mit dat Verkleeden, awer ick konn ook nich glöben,
dat Hans leigen dä. Un so kam et wedder düssen Wiehnachten. Dat Telefon
bimmele. Vader ging ran un wir höm „Mutt dat nun sien, wi hett doch Wiehnachten?
Naja, wenn Not am Mann is.” Vader trecke siene Joppe an, sette den
Haut op un ging na buuten. Wat was dat schön in use Stuuwe mit den grooten
Wiehnachtsboom. As wi so daseeten dän un den Bomm ankeiken, kloppe et
an de Doör. De Wiehnachtsmann. Mudder lett em rin. He harre nich veel Tied
un fröch glieks, wat wi an Reimen elehrt herrn. Nun ging dat Opseggen los.
De Wiehnachtsmann haale Geschenke ut sienen Sack. Dabie mösste he sick
bücken, so dat de Mantel den Hals een beeten friegeben dä. Ick keek mick
den Hals genauer an un sah ne Warze da, wo Vader ook aane sitten herr.
Dat mutt de Wiehnachtsmann woll emerket hebben, denn he trecke mick ant
Ohr un drohe mit sienen Finger un flüstere. „Mien Jung, nimm de annern
Lütten nich den Globen an den Wiehnachtsmann weg!”
Die krumme Tanne
„Seit vielen Jahren", so fing die Tanne an zu erzählen „stehe ich nun schon in
diesem schönen Wald und möchte gerne mal erzählen, warum ich so krumm
gewachsen bin. Als ich noch klein war, gesellten sich einige, schon größere
Artgenossen zu mir. Nach einiger Zeit kam es dann dazu, dass sie mich Tag
für Tag mit ihren weit auslaufenden Ästen bedrückten. Das tat mir weh, doch
keiner wollte mein Jammern hören. Die anderen wurden stetig höher und
obendrein wunderschön. Ich dagegen zunehmend krummer.
So konnte ich aber hören, was die Menschen sagten, wenn sie im Herbst
kamen, um sich die schönsten Tannen auszusuchen. Jährlich sollten welche
von uns abgesägt und dann in die warmen Stuben der Menschen gebracht
werden. Jedes Jahr zur selben Zeit findet nämlich zur Wintersonnenwende
ein Fest statt, das auch Weihnachten genannt wird. Tannenbäume werden
dann in kunstvolle Ständer gestellt und mit Kugeln, Lametta, Süßigkeiten und
Kerzen geschmückt. Unter den Baum werden kleine, aber sogar auch große
Geschenke gelegt. So erzählte man sich. Das berichtete ich all den Schönen
neben mir, und sie sahen sich schon in herrlichem Glanz bei den Menschen
stehen. Eines Tages kamen ein paar Männer zu uns. Der eine von ihnen rief: „Kommt
mal her, hier stehen prächtige Exemplare, gerade die richtige Höhe für unsere
Stadt!”. Die Erwählten wurden genauestens begutachtet und mit weißer Farbe
markiert. Ich, zwischen all den Schönen, wurde von niemandem angesehen,
ja, noch nicht einmal bemerkt. Es machte mich traurig. Zudem hörte ich eine
der Tannen noch hochmütig sagen: „Habt ihr gesehen, wie sie uns von allen
Seiten bestaunten? Sie wollen uns zum Fest der Menschen bringen!”.
„Ach!”, rief ich ihnen von unten entgegen. „Ihr seid auf meine Kosten so gewachsen,
habt mich stets unterdrückt und mich krumm und schief werden
lassen!”. Hochmütig hörten die Schönen gar nicht auf meine Worte und wiegten sich
eitel im Wind. Einige Tage später kamen erneut Männer, nur dieses Mal mit
Äxten und Sägen unterm Arm und fingen gleich an, am unteren Ende der
ausgesuchten Tannen zu sägen. „Aua, aua!”, jammerten alle durcheinander,
doch keiner vernahm ihr Gestöhne. Doch wie sollte oder konnte ich helfen?
Es dauerte nicht lange, da lagen die Tannen abgesägt am Boden. Letzte verzweifelte
Seufzer drangen in meine Richtung. Ihr Sterben machte mich sehr
traurig, auch wenn sie mich nie gut behandelt hatten. Sie wurden auf großen
Lastwagen abtransportiert, und ich sah sie nie mehr wieder. Jetzt stand ich
da, ganz alleine und von allen verlassen. Mein krummes Aussehen kam jetzt
erst richtig zur Geltung. Es dauerte Tage, bis ich begriff, was geschehen war.
Neugierig kamen die vielen Tiere des Waldes näher und staunten, denn erst
jetzt bemerkten auch sie, wie krumm ich wirklich war. Die Vögel flogen herbei
und setzten sich abwechselnd auf meine Äste, die nach einer Seite hingen.
Die Hasen hoppelten im Kreise, Rehe und Hirsche zupften zart an meinen
Nadeln, als wollten sie mich trösten. Eichhörnchen sausten kreuz und quer
und zeigten mir ihre Zuneigung. „Was ist bloß los?”, rief ich ihnen zu, „was ist
denn geschehen, dass ihr alle vor Freude hüpft und springt?„. „Wir haben auf
diesem Platz jetzt immer noch dich!”, sagte mit tiefer Stimme der Hirsch und
das Reh stimmte nickend zu.
„Du hast uns immer vor Kälte, Wind und Schnee beschützt. Hast dich sogar
zu uns niedergebeugt und freudig zugeschaut, wenn wir hier rumtollten!”,
bemerkte ein alter Hase.
Ein Eichhörnchen rief begeistert: „Du hast mir oft Tannenzapfen geschenkt
und mich an dir rumtoben lassen!”. Und so erzählten alle Tiere von ihren
Erlebnissen mit mir. Als krumme Tanne konnte ich noch viele Jahre glücklich
und zufrieden leben!.
© Heidrun Gemähling
Gedanken einer Kerze
Ihr habt mich angezündet und schaut nachdenklich in mein Licht.
Vielleicht freut Ihr Euch ein bisschen dabei.
Ich jedenfalls freue mich, dass ich brenne.
Wenn ich nicht brennen würde,
läge ich jetzt in einem Karton mit anderen,
die auch nicht brennen.
In so einem Karton haben wir überhaupt keinen Sinn.
Da liegen wir lediglich herum.
Einen Sinn habe ich nur, wenn ich brenne.
Und jetzt brenne ich.
Aber seit ich brenne,
bin ich schon ein klein bisschen kürzer geworden.
Das ist schade, denn ich kann mir ausrechnen,
wann ich nur noch ein kleines Stümpfchen sein werde.
Aber so ist das – es gibt nur zwei Möglichkeiten:
Entweder ich bleibe ganz und unversehrt im Karton,
dann werde ich nicht kürzer, dann geht mir überhaupt nichts ab –
aber dann weiss ich nicht, was ich eigentlich soll.
Oder ich gebe Licht und Wärme,
dann weiß ich, wofür ich da bin.
Dann muss ich aber etwas von mir geben –
von mir selbst, mich selber.
Das ist schöner als kalt und sinnlos im Karton.
So ist das auch bei Euch Menschen, genau so.
Entweder Ihr bleibt für Euch, dann geschieht Euch nichts,
dann geht Euch nichts ab.
Aber dann wisst Ihr auch eigentlich nicht so recht, wofür.
Dann seid Ihr wie Kerzen im Karton.
Oder Ihr spendet Licht und Wärme, dann habt Ihr einen Sinn.
Dann freuen sich die Menschen, dass es Euch gibt.
Dann seid Ihr nicht vergebens da.
Aber dafür müsst Ihr etwas geben –
von Euch selbst, von allem, was in Euch lebendig ist:
von Eurer Freude, Euer Herzlichkeit, von Eurer Treue,
Eurem Lachen, von Eurer Traurigkeit,
von Euren Ängsten, von Euren Sehnsüchten.
Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn Ihr dabei kürzer werdet.
Das ist nur äusserlich. Innen werdet Ihr immer heller.
Denkt ruhig daran,
wenn Ihr eine brennende Kerze seht –
Das Licht einer Kerze verliert nicht an Helligkeit,
wenn es andere Kerzen ansteckt.
Zum Schmunzeln…
Die schwierigste Aufgabe des Vaters zu Weihnachten:
Den Kindern klar machen, dass er der Weihnachtsmann ist,
und der Frau klar machen, dass er es nicht ist.
Christkind, Christkind, guter Gast,
hast du mir was mitgebracht?
Hast du was, dann setz dich nieder,
hast du nichts, dann geh gleich wieder.
Seit Wochen freu ich mich auf diesen Tag,
den ich nur mit Dir verbringen mag.
Verkleide mich als Weihnachtsmann,
was folgt, das sehen wir ja dann.
Heute ist Nikolaustag, da grüß ich jeden, den ich mag.
Mein Geschenk, das kommt von Herzen,
keine Rute soll dich schmerzen,
kein Zwang, kein Muss, nur ein dicker Kuss.
Ich wünsch ein frohes Weihnachtsfest –
das Christkind keinen warten lässt.
Ach, du lieber Nikolaus, komm ganz schnell in unser Haus.
Hab so viel an dich gedacht. Hast mir doch was mitgebracht?
Weihnachtsplätzchen aus Mürbeteig nach Omas Art
Zutaten:
500 g Mehl
300 g Butter (Margarine geht auch, die hat Oma immer genommen, weil Butter zu teuer war)
350 g Zucker
4 Eier oder nur 4 Eigelb (der Teig wird dann fester und lässt sich besser ausrollen)
1 Vanillezucker evtl. Eigelb zum Bestreichen
bunte Zuckerstreusel zum Bestreuen
Den Teig rasch mit dem Mixer zusammenkneten und im Kühlschrank
mindestens 2 Stunden kalt stellen.
Hast du kleine oder große Kinder, die du erfreuen willst, dann rollst du den
Teig messerrückendick (ca. 3 mm) aus und stichst beliebige weihnachtliche
Formen (Sterne, Herzen, Tannenbäume) aus. Diese legst du auf ein Backblech,
welches mit Backpapier ausgelegt ist. Du kannst sie noch mit verschlagenem
Eigelb bestreichen und mit bunten Zuckerstreuseln bestreuen.
Alles im vorgeheizten Backofen bei 175 °C ca. 10 bis 12 Minuten backen.
Anschließend könnt ihr alle zusammen die Plätzchen auch mit beliebigem
Guß bestreichen, dekorieren oder bemalen. Da sind der Kreativität keine
Grenzen gesetzt!
Wenn man Weihnachten noch etwas von den Plätzchen haben will, dann
sollte man sie gut verstecken, denn kleine und große Spürnasen haben
einen untrüglichen Geruchssinn. So ist Phantasie gefragt, um ein wirklich
sicheres Versteck zu finden.
Oma hatte sie einmal in einem großen Marmeladenkochtopf versteckt und
in der Waschküche in der Waschmaschine aufgehoben. Sicherheitshalber
hatte sie den Topf noch mit Heftpflaster zugeklebt. Die Verklebung hat sie
regelmäßig kontrolliert. Sie hatte nur nicht mit der Pfiffigkeit ihrer Kinder
gerechnet, die die Streifen vorsichtig gelöst, eine Hand voll Plätzchen
herausgefischt haben und anschließend die Streifen wieder angedrückt
hatten. An Weihnachten war nur noch der Boden bedeckt!